Café Rojava – international goes Halim-Dener-Platz (01.06.18)

Café Rojava - international goes Halim-Dener-Platz

Der nächste Termin des monatlichen Café Rojava – international wird am morgigen Freitag ab 19.00 Uhr auf dem Halim-Dener-Platz in Linden-Nord stattfinden. Bei schlechtem Wetter ziehen wir ins Gewerkschaftslokal der FAU um (Nieschlagstraße 1b).

Im Juni 1994 war der kurdische Jugendliche Halim Dener beim Plaktieren von einem deutschen Polizisten am Steintorplatz in Hannovers Innenstadt erschossen worden. Letztes Jahr entschied der Bezirksrat Linden-Limmer den Platz zwischen Velvet- und Pfarrlandstraße nach ihm zu benennen. Der Oberbürgermeister Hannovers Stefan Schostok und das niedersächsische Innenministerium versuchen die Platzbenennung zu verhindern und zwingen somit den Bezirksrat, sein Recht einen Platz zu benennen vor Gericht durchzusetzen.
Das Café Rojava – international findet auf dem Halim-Dener-Platz statt, um Halim und die Auseinandersetzung um sein Gedenken in Erinnerung zu rufen. Wir wollen den Platz und die Zeit nutzen, um über verschiedene Themen rund um Halims Geschichte, die kurdische Frage und das feministisch-ökologisch-basisdemokratische Projekt Rojava ins Gespräch zu kommen.

Demonstration zum globalen Afrin-Aktionstag (26.05.18, 13.30 Uhr, Steintorplatz)

#SaveAfrin

Aufruf zur Demonstration am globalen Aktionstag gegen die türkische Invasion in Rojava (Nordsyrien) und Südkurdistan (Nordirak)

Die Regierung Erdoğans hat die kolonialen Ambitionen des türkischen Staates auf ein gänzlich neues Niveau angehoben. Es wird nun auf die Zerstörung aller Errungenschaften der KurdInnen im Süden und Westen Kurdistans abgezielt. Wenn die völlige Zerstörung nicht möglich ist, möchten sie die kurdischen Gebiete belagern und ersticken. Der türkische Staat hält an seiner uralten Politik gegen die kurdische Gesellschaft und Kurdistan weiterhin fest. Das Ziel ist es die kurdische Gesellschaft ihren zentralen Rechten zu berauben. Die türkische Staatspolitik gegen die KurdInnen ist umfassender Krieg, Zerstörung und Besatzung.

Erdoğan begann die jüngste Aggression in der kurdischen Region der Türkei

Die Regierung Erdoğans hat die Friedensverhandlungen abgebrochen und die türkischen Sicherheitskräfte haben ihre Aggression in Nordkurdistan (der kurdischen Region in der Türkei) wieder aufgenommen. Es wurde eine Welle brutaler Repression und Gräueltaten losgetreten. Dutzende kurdische Städte wurden belagert, es gibt Tausende von Toten sowie Hunderttausende Vertriebene. Hunderte von demokratisch gewählten kurdischen LokalpolitikerInnen sowie ParlamentarierInnen wurden verfassungswidrig inhaftiert. Tausende weitere AktivistInnen befinden sich im Gefängnis.

Die illegale Bombardierung und Invasion des türkischen Staates in Afrin / Nordsyrien

Die militärische Aggression hat sich in letzter Zeit über die Grenze hinweg ins syrische Territorium erstreckt. Der türkische Staat hat Afrin, mehrheitlich von kurdischen Menschen bewohnt, war eine friedliche Oase in einem kriegszerrütteten Land, eine Zufluchtsstätte und eine Hochburg des demokratisch-konföderalen Projekts – bis sie bombardiert und völkerrechtswidrig besetzt wurde. Diese kriminelle Invasion hat zu Hunderten von Toten und einer weiteren Massenvertreibungswelle geführt. Am alamierensten sind die Hinweise auf Pläne für eine umfassende ethnische Säuberung der KurdInnen.

Eine mögliche Invasion der Türkei in das irakisch-kurdische Gebiet

In jüngster Zeit sind die Angriffe auf KurdInnen in der Türkei und Syrien durch Luftangriffen noch weiter eskaliert worden. Es gibt zunehmend Anzeichen für eine bevorstehende umfassende Invasion der türkischen Armee in das irakisch-kurdische Territorium. Damit soll der einzige Freiheitsraum in der Region weiter einkreist und erstickt werden.

Stoppt die Invasion der Türkei und unterstützt den Kampf für die Freiheit Kurdistans

Der heroische Widerstand von Kobanê gegen die Verbrecher des IS war ein historischer Wendepunkt. Dieser Widerstand hat den hartnäckigen Willen der kurdischen Freiheitsbewegung, für ihr demokratisches Bündnisprojekt zu kämpfen, der Weltöffentlichkeit bekannt gemacht. Ihr demokratisches Projekt bietet die einzig gangbare Alternative zu der anhaltenden Spirale von Gewalt und Tyrannei, die den Nahen und Mittleren Osten weiterhin verschlingt. Der türkische Staat hat mit Wut auf die Ausbreitung der demokratisch-konföderalen Idee reagiert. Im Zuge von Kobanê hat es die Isolation gegen die kurdische Führungspersönlichkeit Abdullah Öcalan verschärft. Dessen Haft unter unmenschlichen Bedingungen auf der Gefängnisinsel Imrali kommt seinem zwanzigsten Jahr näher. Diese bewusste Totalisolation von Öcalan seit dem März 2015 war ein entscheidender erster Schritt des türkischen Staates für seine Erklärung des totalen Krieges gegen die Kurden.

Brecht das Schweigen gegen die Invasion der Türkei in Kurdistan

Bei der Invasion Afrins öffnete Russland den syrischen Luftraum für die türkische Luftwaffe und die dominierenden internationalen Kräfte (die USA und die EU) hüllten sich in Schweigen. Ein ähnliches Schweigen setzt sich nun während der Angriffe des türkischen Staats in Südkurdistan fort. Die internationale Mittäterschaft birgt für die Kurden in allen Teilen Kurdistans die Gefahr von Massakern.

Deutschland ist Kriegspartei

In Deutschland erweisen sich die politisch Verantwortlichen dabei als willfährige Handlanger*innen des türkischen Regimes. Rüstungsschmieden, wie Rheinmetall, dürfen ihr Kriegsgerät mit Billigung der deutschen Regierung an das türkische Militär liefern. Mit Erlass des Innenministeriums wurden Symbole des Demokratischen Föderalismus und ihrer Verteidigungskräfte kriminalisiert. Hausdurchsuchungen fanden bei kurdischen und linken türkischer Einrichtungen statt. In Hannover wurde das demokratische Gesellschaftszentrum NAV-DEM durchsucht. Bereits zuvor wurde versucht die Newroz-Demonstration zu verhindern. Und in diesem Monat wurden auf der 1.Mai-Demonstration Menschen, die Symbole der Verteidigungskräfte der demokratischen Selbstverwaltung Nord-Syriens zeigten, kriminalisiert. All das geschieht mit aktiver Mithilfe der Bundesregierung, aber auch durch die Behörden und politischen Einrichtungen in Niedersachsen und Hannover.

Wir rufen alle politischen Parteien, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, AktivistInnen und internationale Institutionen dazu auf, den Kampf für die Freiheit Kurdistans zu unterstützen.

Wir rufen alle international politisch Verantwortlichen sowie die demokratischen Kräfte der Welt dazu auf, sich gegen die türkische Aggression zu stellen.

In diesem Sinne rufen wir zu einer Demonstration in Hannover als Teil des globalen Aktionstags gegen die türkische Invasion in Rojava (Nordsyrien) und Südkurdistan (Nordirak) auf!

Kommt am 26. Mai 2018 um 14 Uhr zum Steintorplatz!
Setzt ein Zeichen gegen den Angriffskrieg der türkischen Regierung!

Plattform „Stoppt den Krieg gegen Afrin“ Hannover
http://stopptdenkrieg.blogsport.de/