Protest gegen rassistischen 7-fachen Mord in Konya (31.07.2021)

Antifa Enternasyonal

Der völkerrechtswidrige Krieg des AKP/MHP-Regimes in Südkurdistan hält seit Ende April unvermindert an. Trotz internationaler Rückendeckung durch die NATO gelingt es dem Regime nicht, die kurdische Guerilla zu schlagen. Diese Tatsache unterstreicht die jahrzehntealte Gewissheit, dass der Kurdistan-Konflikt militärisch nicht zu lösen ist. Weil die kurdische Bewegung das größte Hindernis für das Regime ist, die Türkei und den Mittleren Osten ihren neoosmanischen Phantasien zu unterwerfen, schüren AKP und MHP den Rassismus, Sexismus und die kapitalistische Ausbeutung in der Türkei. Sie fördern dadurch rechte und faschistische Kräfte, die ihre Gewalt und ihren Hass gegen Marginalisierte richten und das Land in den Bürgerkrieg führen.

Gestern wurden sieben Mitglieder einer Familie, die seit 24 Jahren in Konya lebt, von Faschisten ermordet und ihr Wohnhaus in Brand gesetzt. Bereits Mitte Mai war die Familie von einem Lynchmob angegriffen und mehrere Familienmitglieder schwer verletzt worden. Immer wieder wurde sie bedroht, man wolle keine Kurd*innen in Konya.

Bericht im Spiegel:
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tuerkei-angreifer-toeten-sieben-mitglieder-von-kurdischer-familie-a-0b6dfb7b-da47-4f1a-9aea-ab7a29f6e28c
Die Demokratische Partei der Völker (HDP) verurteilt den Lynchmord und sieht die Verantwortung beim AKP/MHP-Regime, das das gesellschaftliche Klima in der Türkei weiter anheizt und solche rassistischen Morde erst möglich macht. Sie ruft dazu auf, sich mit den Betroffenen solidarisch zu zeigen und den Protest gegen den erstarkenden Faschismus weltweit auf die Straße zu tragen:
https://anfdeutsch.com/aktuelles/hdp-ruft-zu-internationaler-solidaritat-auf-27571

Diesem Aufruf schließen wir uns an und rufen zu einer Eil-Versammlung auf: heute Abend (31.07.2021), 18.00 Uhr, Steintorplatz/Hannover

Kundgebung „9 Jahre Rojava-Revolution“ (17.07.2021)

PYD Women Defend Rojava NAV-DEM Hannover 9 Jahre Rojava-Revolution

#UniteInResistance

Ausstellung – Infotisch – Redebeiträge – Musik

Am 19. Juli 2012 trat die Revolution in Rojava an die Öffentlichkeit. Jahrelang hatten sich die Freiheitsbewegung Kurdistans im Untergrund organisiert – Sprachkurse, Basiskomitees, Bildungsarbeit, Selbstverteidigung wurden in der Illegalität organisiert. Als das syrische Regime im Zuge der Proteste für sozialen und demokratischen Wandel in der Region ab 2011 zunehmend geschwächt war, ergriffen die lokalen Selbstverteidigungskomitees die Gelegenheit und übernahmen die Kontrolle in den kurdischen Städten – ausgehend von Kobanê.
Es folgten Auseinandersetzungen mit der FSA, dem Regime, dem Islamischen Staat, dem türkischen Staat. Wer hätte 2014 als der IS kurz davor war Kobanê einzunehmen oder 2019 als die Türkei mit Rückendeckung der USA Girê Spî und Serêkaniyê überfiel gedacht, dass wir heute den 9. Jahrestag der Rojava-Revolution feiern würden.

Was bedeutet die Revolution für uns, was verbindet uns mit ihr? Die Rojava-Revolution steht für Basisdemokratie, Soziale Ökologie und Geschlechterbefreiung. An ihrer Gestaltung und Verteidigung waren nicht nur Kurd*innen beteiligt, sondern auch alle anderen ethnischen, religiösen und kulturellen Gruppen, die heute gemeinsam in der Demokratischen Autonomie Nord- und Ostsyriens zusammen leben, sowie Internationalist*innen aus allen Teilen der Welt. Die Rojava-Revolution zeigt uns nicht nur, dass eine bessere Welt möglich ist, sondern dass sie auch unter den widrigsten Bedingungen aufgebaut werden kann. Nach wie vor ist das demokratische Gesellschaftsmodell allen möglichen Gefahren ausgesetzt. Ein Grund mehr, die Hoffnung auf Menschlichkeit zu verteidigen und ihre Errungenschaften zu feiern.

Die PYD Hannover, das Women Defend Rojava-Komitee Hannover und NAV-DEM Hannover werden über die Revolution informieren und laden alle solidarischen Menschen ein, gemeinsam die Revolution zu feiern.

17.07.2021 (Samstag), 13.00 Uhr
Opernplatz/Hannover
ab 16.00 Uhr Live-Musik

Café Rojava International im Juli (02.07.21, 19.00 Uhr, Paul-Dohrmann-Schule, Burgweg 5)

Cafe Rojava International Hannover Paul-Dohrmann-Schule

Seit letztem Herbst konnte wegen der Covid-19-Pandemie kein Café Rojava International mehr stattfinden. Im Juli startet die monatliche Veranstaltungsreihe wieder mit zwei Gästen zu einem hoch interessanten Thema.

Ende April hat der türkische Staat einen weitreichenden Angriffskrieg in Südkurdistan (Nordirak) begonnen. Das Ziel ist die Besatzung Südkurdistans und die ethnische Säuberung dieser Region. So will Tayyip Erdoğan seinen Traum eines neuen osmanischen Großreichs verwirklichen. Dabei kämpft das
türkische Militär Seite an Seite mit islamistischen Söldner. Kampfflugzeuge und Drohnen werden eingesetzt, um die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten und die Zivilbevölkerung zu bombardieren. Der türkische Staat schreckt auch nicht davor zurück Giftgas einzusetzen, was weltweit als Kriegswaffe geächtet ist. Selbst das, unter dem Schutz der UNHCR (Hochkommissar der Vereinten
Nationen für Flüchtlinge) stehende, Flüchtlingscamp Mexmûr im Nordirak, wurde mehrmals zur Zielscheibe türkischer Drohnen, wie zuletzt am 5. Juni 2021. Diese Angriffe des türkischen Staates richten sich gegen die demokratischen Errungenschaften der kurdischen Gesellschaft, wie sie in Mexmûr, im Şengal und in Nord- und Ostsyrien (Rojava) aufgebaut wurden.
Die deutsche Zivilgesellschaft und die Bundesregierung tragen bei diesem
völkerrechtswidrigen Krieg eine besondere Verantwortung. Deutschland hält der Türkei in der EU und auf internationaler Ebene den Rücken frei. Aus Deutschland stammt ein großer Teil der Waffen und des Wissens, welches nun für den Genozid an den Kurd*innen und für die Expansionspolitik eingesetzt wird. Außerdem werden auch hierzulande Kurd*innen vom deutschen Staat kriminalisiert und die Kriegsverbrechen des türkischen Staates verschwiegen.

Dieser Verantwortung stellten sich im Juni 150 Politiker*innen, Akademiker*innen, Menschenrechtler*innen und Aktivist*innen aus 14 europäischen Ländern, die sich zu einer Friedensdelegation zusammengeschlossen hatten und nach Südkurdistan gereist waren. Ziel der Delegation war es, Öffentlichkeit zu schaffen und Gespräche mit den verschiedenen Parteien, gesellschaftlichen Gruppen und politischen Organisationen in Südkurdistan zu führen, um ein Ende des Kriegs und einen dauerhaften Frieden zu fördern.
Zwei Teilnehmer*innen dieser #Delegation4Peace werden am Café teilnehmen und unter dem Titel „Erdoğans neue Türkei und der Krieg gegen die Kurd*innen“ von ihrer Reise, der Situation in Südkurdistan und dem Projekt des AKP/MHP-Regimes berichten.

Gedenkkundgebung und Demonstration für Halim Dener!

Rassistische Polizeigewalt hat System! Staatlicher Rassismus tötet!
Für die Aufklärung der Morde an Halim Dener und allen Anderen! Gerechtigkeit für Halim Dener und alle Anderen!

Am 30.06.1994 – vor 27 Jahren – ist Halim Dener im Alter von gerade einmal 16 Jahren hier in Hannover von einem SEK Polizisten in Zivil erschossen worden. Der Tod von Halim Dener hat viele Facetten: Er steht nicht nur exemplarisch für die ständige Kriminalisierung der Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf. Er zeigt auch, wie eine sich gegenseitig deckende Polizei und Justiz unbeschadet aus der Verantwortung ziehen kann, wenn Menschen durch ihre Hand ihr Leben lassen. Halim Deners Tod zeigt beispielhaft, dass von Rassismus betroffene Menschen in der BRD einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, ihr Leben durch den Staat und seine rassistischen Institutionen zu verlieren.

Halim Dener ist kein Einzelfall: Seit 1990 sind in der BRD mindestens 183 Schwarze Menschen, People of Colour und andere Personen in Gewahrsam bzw. durch Polizeigewalt gestorben. Diese erschreckende Zahl zeigt, dass der Zusammenhang von Rassismus und staatlicher Gewalt, gegen den Vertreter*innen von Communities of Color seit Jahren ankämpfen, in vielen Fällen im Tod der Betroffenen gipfelt. Schwarze Menschen und People of Color sind alltäglich von institutioneller Gewalt betroffen. Racial Profiling, die Verweigerung gesundheitlicher Versorgung in Abschiebehaft oder körperliche Übergriffe in U-Haft: das ist ein tödliches Risiko. Die alltäglichen rassistischen Übergriffe deutscher Sicherheitsbehörden und ihre hundertfache tödliche Eskalation in den letzten Jahrzehnten lassen sich mit Blick die deutsche Geschichte als historische Kontinuität begreifen. Sie sind u.a. Ergebnis einer inkonsequenten Entnazifizierung: So waren nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus in sämtlichen Institutionen – vom Verfassungsschutz über die Kriminalämter bis zur Bundeswehr – Nationalsozialist*innen tätig. Heute zeigt sich dies in Praktiken und Theorien dieser Behörden – und letztlich in der Verstrickung in rechte Netzwerke wie den NSU (2.0), Nordkreuz ……

Rassistische Gewalt ist ein fester Bestandteil der Institution Polizei, historisch wie gegenwärtig. Die Polizei ist schlichtweg nicht zu unser aller Schutz gemacht. Gleichzeitig wird sie von Seiten der politischen Entscheidungsträger*innen durch immer mehr Befugnisse ermächtigt, die neoliberal verursachten sozialen Probleme und Konflikte auf ihre Weise zu lösen: Durch Gewalt in Form von körperlichen Angriffen, Strafverfolgung, und Haftstrafen. Praktiken wie das Racial Profiling und die Tatsache, dass es Strafbestände und juristische Haftgrundlagen gibt, die lediglich Menschen ohne deutschen Pass betreffen können (etwa „illegale Einreise“ oder „Residenzpflicht“), führen zu einem massiven Ungleichgewicht zulasten der rassistisch markierten Personen in diesem Land.

Wir rufen daher dazu auf, eure Wut über diese Verhältnisse auf die Straße zu tragen! Zu viele Menschen haben aufgrund rassistischer Zuschreibungen staatlicherseits ihr Leben lassen müssen! Zu viele von Rassismus betroffene Menschen sehen sich tagtäglich dem Risiko ausgesetzt, in die tödliche „Obhut“ des Staates zu geraten!

Gleichzeitig wollen wir den Opfern von Polizeigewalt gedenken und ihre Kämpfe weiterführen. Halim Dener ist als Jugendlicher vor dem türkischen Folterstaat in die BRD geflohen. Seinem Widerstand gegen die türkische Aggression gegenüber Kurdinnen und Kurden hat er hier in Hannover mit Plakaten Ausdruck verliehen. Am Steintor wurde er dabei schließlich ermordet. Was ihm hier zum Verhängnis wurde, ist neben der von Rassismus durchzogenen Polizei letztlich auch eine Außenpolitik, die die Bundesregierung bis heute konsequent verfolgt: Ganz im Sinne des AKP-Regimes geht die BRD rigoros gegen all jene vor, die sich mit der kurdischen Freiheitsbewegung solidarisieren. Anstatt die Bemühungen um eine progressive Gesellschaft, die auf Geschlechterbefreiung, Ökologie und Basisdemokratie aufbaut, zu unterstützen, kriminalisiert die BRD all jene, die das tun und versorgt den türkischen Staat mit Waffen für die Zerstörung dieser gelebten Utopie. Die deutschen Sicherheitsbehörden verwischen dabei die Grenzen von Innen- und Außenpolitik und nutzen jeden Vorwand, um gegen die kurdische Freiheitsbewegung in Deutschland vorzugehen.

Kommt also zur Kundgebung am 30. Juni!
Kommt zur Demo am 03. Juli und seid laut!
Für all jene, die aufgrund rassistischer Zuschreibungen tagtäglich Polizeigewalt erleben! Für Gerechtigkeit für Halim Dener, Oury Jalloh, Aman Alizada und alle, die durch die tödliche Eskalation institutioneller rassistischer Gewalt ihr Leben lassen mussten!
Für die vollständige Aufklärung der Todesumstände von Qosay Khalaf!
Schluss mit der militärischen Zusammenarbeit mit dem faschistischen AKP Regime! Schluss mit der Kriminalisierung der kurdischen Freiheitsbewegung!
Weg mit dem Verbot der PKK!
Halim Dener – Das war Mord!

Flugblatt zum runterladen und verteilen: HD_Flugblatt

Bündnis in Gedenken an Halim Dener

online-Lesekreis zu „Das freie Leben aufbauen” (Beginn 02.06.21)

Dialoge mit Abdullah Öcalan - Lesekreis - NAV-DEM Hannover

Wir beginnen am 02.06.2021 in unserem wöchentlichen online-Lesekreis mit dem Buch „Das freie Leben aufbauen: Dialoge mit Abdullah Öcalan“.

Der seit Mai 2020 bestehende online-Lesekreis beendet die Auseinandersetzung mit den Recherche- und Diskussionsergebnissen aus einem Reader der Geschichtswerkstatt „Initiative Geschichte & Widerstand“ zur europäischen Zivilisationsgeschichte.

Jetzt wollen wir mit Auszügen aus dem Buch „Das freie Leben aufbauen: Dialoge mit Abdullah Öcalan“, welches in der International Initiative Edition im Jahr 2019 erschienen und im Unrast-Verlag erhältlich ist, beginnen. In der Beschreibung des Buches heißt es:
„Erstmals findet in deutscher Sprache eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Denken und Schreiben Öcalans und seinem politischen Einfluss statt. In diesem besonderen Band sind 18 Autor*innen, Aktivist*innen, Philosoph*innen und Wissenschaftler*innen vertreten, deren Ideen im Verhältnis zu Öcalans Schriften untersucht und debattiert werden. Das breite Spektrum namhafter Autor*innen beleuchtet verschiedene Aspekte der Theorie und Praxis des einflussreichen kurdischen Denkers, der sich seit mehr als zwanzig Jahren in Isolationshaft auf der türkischen Gefängnisinsel Imralı befindet.“
Äußerst facettenreich werden in „Das freie Leben aufbauen“ die Ideen diskutiert, die zur Revolution in Rojava führten: Vom demokratischen Konföderalismus bis zur Frauenrevolution, von der Geschichtsphilosophie bis zur Krise des Kapitalismus, von Religion bis Marxismus und Anarchismus wird das freiheitliche gesellschaftliche Denken mit der Philosophie Öcalans in Beziehung gesetzt, das sich radikal gegen Kapitalismus, Patriarchat und den Staat stellt.

Die Beiträge für diesen Sammelband stammen aus der Feder so namhafter internationaler Autor*innen wie John Holloway, David Graeber, Immanuel Wallerstein, Antonio Negri, Peter Lamborn Wilson (Hakim Bey), Norman Paech, Muriel Gonzáles Athenas, Andrej Grubacic, Raúl Zibechi, Fabian Scheidler, Mechthild Exo u.a.“
https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/das-freie-leben-aufbauen-detail

Ab dem 02.06.2021 werden wir uns jeden Mittwoch um 19:30 Uhr mit den Ideen der Autor*innen beschäftigen, die mit Öcalan in einen inhaltlichen Austausch gegangen sind. Interessierende sind herzlich eingeladen, sich am online-Lesekreis zu beteiligen. Wir freuen uns auf neue Teilnehmer*innen und spannende gemeinsame Diskussionen. Der Link zum Lesekreis lautet:
https://meet.systemli.org/Lesekreis_SoziologieDerFreiheit

Diskussion „Migrantifa jetzt!“ beim CLINCH Festival (24.05.21)

Clinch-Festival 2021 NAV-DEM Hannover

Das CLINCH Festival 2021 findet vom 21. bis 24.05.2021 online statt. Die Veranstaltungen werden über YouTube gestreamt und sind über clinchfestival.de zu erreichen. Workshops und Kämpfen finden über die Plattform Zoom statt.
https://clinchfestival.de/programm/

Als NAV-DEM Hannover werden wir am 24.05. ab 16.00 Uhr an der inszenierten Kundgebung „Migrantifa jetzt!“ teilnehmen und rufen euch auf, an dieser Kundgebung und dem Festival teilzunehmen:
„Migrantifa ist Solidarität. Migrantifa ist Antwort. Auf rechten Terror. Auf Neonazi-Netzwerke in Polizei und Bundeswehr. Auf strukturellen wie alltäglichen Rassismus. Auf Antisemitismus. Auf gesellschaftliche Faschisierung.
Eine inszenierte Kundgebung gibt Wut und Trauer genauso Raum wie Anliegen und Analysen. Acht Initiativen und Aktivist:innen teilen ihre Erfahrungen mit der deutschen Gesellschaft, solidarischen Kämpfen und Selbstorganisation. Sie stellen Forderungen, fordern heraus und fordern auf.“

Demonstration „RiseUp4Rojava – Für die Befreiung Afrins vom Faschismus des AKP/MHP-Regimes!“ (08.05.21)

Afrin-Demo Hannover NAV-DEM

Im Januar 2018 begann das türkische Militär seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die bisher vom Syrien-Krieg weitestgehend verschont gebliebene Region Afrin. Infolge dieses Krieges wurden Hunderttausende Bewohner*innen und syrischer Binnengeflüchtete vertrieben und die Region unter Herrschaft islamistisch-fundamentalistischer Milizen gezwungen.
Diese Milizen stehen allerdings unter Kontrolle des AKP/MHP-Regimes, dem zweitgrößten NATO-Mitglied, das den Afrin-Krieg mit Panzern aus deutscher Produktion geführt hat. Das Regime ist an den Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen direkt beteiligt und errichtet in Afrin eine weitere Provinz der Republik Türkei, mit türkischsprachigen Schulen, der türkischen Lira als Währung, türkischer Post etc. Die Bundesregierung schweig zu dieser Besatzung Afrins und hält ihrem Bündnispartner Erdogan den Rücken frei, obwohl sich die AKP/MHP-Regierung immer weiter zu einem faschistischen Regime entwickelt, das Pressefreiheit, Rechte von Frauen und LGBTI*Q, Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten, eine Opposition, schlicht alle Inhalte einer Demokratie mit Füßen tritt.
Darum gehen wir am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, auf die Straße und demonstrieren für die Befreiung Afrins von der Besatzung und vom Faschismus des AKP/MHP-Regimes.

08.05.2021, 16.00 Uhr, Klagesmarkt/Türkisches Konsulat bis zum Halim-Dener-Platz
(anschließend Teilnahme an Kundgebung zum Tag der Befreiung möglich)

Kundgebung zum Tag der Befreiung (08.05.21)

Bündnis Gemeinsam in die Offensive 8. Mai 2021 Hannover

Als Teil des Bündnisses Gemeinsam in die Offensive rufen wir zur Kundgebung anlässlich des Tags der Befreiung auf. Hier der Aufruf des Bündnisses:

Nie wieder! Erinnern heißt Kämpfen!

76 Jahre nach dem symbolischen Ende des Nationalsozialismus, dem sogenannten „Tag der Befreiung“ vergeht kaum eine Woche, ohne dass ein neuer „Skandal“ im Polizeiapparat bekannt wird. Mittlerweile sollte allen klar sein, dass dies nicht einfach viele Einzelfälle sind.
Diese Entwicklung ist nicht neu. Sie ist zum Teil die Konsequenz aus deutscher Tradition und einer sehr inkonsequenten Entnazifizierung. Diese angebliche Entnazifizierung scheiterte schon Anfang 1950. Die Mär von der Befreiung vom Nationalsozialismus reproduziert ein problematisches Bild vom unterdrückten deutschen Volk und ist ein typisches Narrativ deutscher Täter-Opfer-Umkehr. Deutschland wurde nicht befreit, sondern von den Alliierten besiegt!

Vor allem in der BRD hatten „ehemalige Nazis“ meistens keine Probleme ihre alten Positionen wiederzuerlangen. Gerade im Kampf gegen Kommunist*innen, Anarchist*innen und andere Antifaschist*innen waren sie gefragte Fachkräfte für den Staatsapparat. Bei der Gründung vom Bundeskriminalamt, dem Verfassungsschutz und dem Bundesnachrichtendienst waren dort fast ausschließlich Altnazis beschäftigt. 1959 waren zwei Drittel aller BKA-Mitarbeiter*innen ehemalige SS-Angehörige. 1969 waren immer noch die Hälfte aller Mitarbeiter*innen im BKA ehemalige NSDAP-Mitglieder.

In der DDR wurde in den Bereichen der Justiz und der Polizei zwar etwas konsequenter entnazifiziert, trotzdem konnten auch hier viele Nazis unbehelligt leben und zum Teil in der NVA oder anderen Schlüsselpositionen Karriere machen. Eine Aufarbeitung der NS-Zeit fand fast gar nicht statt. Was nach der Wende, als Nazis die nationalistische und rassistische Stimmung ausnutzen konnten, zu dem führte, was heute oft als „Baseballschläger Jahre“ bezeichnet wird. Dies gipfelte u.a. in den Pogromen von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen, Morden wie dem an Amadeu Antonio oder rassistischen Hetzjagden und Übergriffen. Westdeutsche Nazis gaben fleißig Aufbauhilfe, während die deutsche Justiz und Polizei sich wenig bis gar nicht daran störte und die Nazis eher unterstützte, als gegen sie vorzugehen.

Auch heute sind rassistische und antisemitische Übergriffe der deutschen Polizei und ihre rassistische Struktur täglich zu beobachten. Auch in Niedersachsen: Dies zeigt sich z.B. daran, dass die Polizei bei Querdenken-Demos als Redner*in auftritt oder in der Polizeipraxis des Racial Profiling. Die rassistische Durchsetzung zeigt sich aber auch in der gezielten Verhinderung der Aufarbeitung von Verstrickungen des Verfassungsschutzes in den NSU oder in der Nicht-Aufklärung der Todesfälle in Polizeigewahrsam. Wie zuletzt der Fall des durch einen Polizeieinsatz getötete 19-jährige Qosay K., der wegen etwas Gras brutal verhaftet wurde und nach ein paar Stunden im Polizeigewahrsam starb. Oder auch der Fall des 19-jährigen Aman A. der durch ganze fünf (!) Schüsse eines Polizeibeamten getötet wurde, nachdem die Polizei die Situation eskaliert hatte. Unvergessen bleiben natürlich auch die Morde an Ouri Jalloh und Halim Dener. Halim Dener wurde 1994 in Hannover beim Plakatieren von Zivilbeamten erschossen.
Wir wollen auf die Straße gehen, um den Millionen ermordeten Jüd*innen, Sinti*zze und Rom*nja, Zwangsarbeiter*innen, Antifaschist*innen, politischen Gegner*innen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit nicht hetrosexueller Orientierung, sogenannten „Asozialen“ und all den anderen zu gedenken, die nicht in das Konzept der deutschen „Volksgemeinschaft“ passten.
Aus diesem Gedenken muss eine historische Verantwortung wachsen. Wir müssen die menschenfeindliche deutsche Kontinuität offen benennen und angreifen – die Ermordeten mahnen uns!

Wir haben genug von Nazis, Rechten und ihren Sicherheitsbehörden. Die Gefahr des Faschismus rührt nicht bloß von der Straße her. Der Terror der letzten Jahre, ausgehend von Polizei, Nazis und anderen Rechten, hat schon viel zu viele Opfer gefordert. Im Kampf gegen sie wäre es fatal und naiv auf staatliche Behörden zu vertrauen.
Nur ein konsequenter und radikaler Antifaschismus kann die Antwort sein. Lasst uns gemeinsam den Faschist*innen auf den Straßen, in Parlamenten, im Staatsdienst, in Bundeswehr und Polizei entgegentreten. Es liegt an uns, etwas zu unternehmen, damit endlich Bewegung in diese menschenfeindliche Gesellschaft kommt.

Der 8. Mai sollte nicht nur ein Tag des Gedenkens an all die Opfer des Nationalsozialismus sein. Der 8. Mai sollte ein Tag sein, an dem wir auch des Widerstands all derer Menschen gedenken, die damals den rechten Terror nicht hingenommen haben.

„Erinnern heißt Kämpfen“ steht auf einer kleinen Tafel am Ort der Kundgebung, die im letzten Jahr in Gedenken an die Zwangsarbeiter*innen, die während des zweiten Weltkriegs auf dem Halim-Dener-Platz leben mussten, angebracht wurde. Lasst uns daher nicht nur trauern, sondern in Erinnerung an alle Opfer den Kampf konsequent weiterführen.

Lasst uns alle zusammen am Tag der „Befreiung“ ein Zeichen gegen den Faschismus setzen.

Für ein Ende der rechten Gewalt! Solidarität mit allen Betroffenen!
Für eine Ende der Verhältnisse, die die rechte Gewalt immer wieder ermöglichen!
Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus! Schluss mit Repression gegen Antifaschist*innen
Freiheit und Glück für Lina, Dy und alle anderen politischen Gefangenen!
Für einen Konsequenten Antifaschismus! Für eine solidarische Gesellschaft!
In Gedenken an die Millionen Toten des NS-Terrors!
Alerta Alerta Antifascista!

Bündnis Gemeinsam in die Offensive

Kämpferische 1. Mai-Demonstration

1. Mai 2021 Hannover

Als NAV-DEM Hannover folgen wir dem Aufruf des Bündnisses für einen kämpferischen 1. Mai in Hannover und nehmen an dessen Demonstration um 18.00 Uhr am Weißekreuzplatz teil.
Im Folgenden der Aufruf des Bündnisses:

ZUKUNFT STATT KAPITALISMUS!
Die Reichen sollen für die Krise zahlen! Impfstoff-Patente und Gesundheitssystem entprivatisieren! Wohnungskonzerne enteignen und vergesellschaften!

Die Corona-Krise hat verdeutlicht, was schon lange klar ist: Dieses Wirtschaftssystem dient nicht den Interessen der Mehrheit der Menschen. Während Millionen aufgrund der Pandemie-Politik mit Existenznöten zu kämpfen haben, werden große Konzerne vom Staat mit Milliarden gerettet. Während die Beschäftigten in Kurzarbeit müssen, werden an den Firmenspitzen die Dividenden weiter ausgeschüttet.
Statt die Formeln für Impfstoffe sofort zu veröffentlichen, blockieren die reichen Länder die Freigabe der Patente, um die Profite ihrer westlichen Pharmaindustrie zu sichern. Und auch hierzulande gilt trotz Pandemie weiterhin: Profite vor Gesundheit.
Dass unsere Einkommen durch Corona niedriger oder sogar ganz weggefallen sind, hat an unserer Miete nichts geändert. Mit Wohnraum wird weiter kräftig Geld verdient. Menschen müssen auf der Straße schlafen, während Hotels und Häuser leerstehen.
Während wir, die arbeitende Bevölkerung, hier unten mit allerlei Problemen zu kämpfen haben, ist die Kapitalistenklasse mal wieder als Gewinner durch die Krise gegangen. Die reichsten 10 Personen in Deutschland konnten ihr Vermögen im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent steigern.
Wenige sind reich, weil viele arm sind. Der Kapitalismus hat für uns als Lohnabhängige nichts zu bieten. Wenn wir eine Zukunft für uns und unseren Planeten haben wollen, müssen wir dieses System stürzen. Der gemeinsame Kampf für eine gerechtere Welt ist die einzige Perspektive, die wir haben.

Am 1. Mai auf die Straße!

Kundgebung in Solidarität mit der HDP (27.03.21)

HDP-Kundgebung 27.03.2021 Hannover NAV-DEM

Nachdem letzte Woche die Immunität des HDP-Abgeordneten im türkischen Parlament Ömer Faruk Gergerlioğlu aufgehoben wurde, weil er sich für ein Ende des Kriegs um Kurdistan ausgesprochen hatte, und die Staatsanwaltschaft einen Verbotsantrag gegen die Halkların Demokratık Partisi (HDP/Demokratische Partei der Völker) beim Verfassungsgericht eingereicht hat, haben diese Woche die Regierungen innerhalb der EU eine Politik der Entspannung und Annäherung an die Türkei vereinbart. Damit fallen die europäischen Regierungen – allen voran die Bundesregierung – der einzig wirklichen Oppositionspartei, die im Parlament vertreten ist, in den Rücken. Das AKP/MHP-Regime hat vor der rechtsextremen IYI-Partisi und der kemalistischen CHP nicht zu befürchten, tragen sie doch eher den antidemokratischen Kurs des Regimes mit, statt eine eigene Politik zu entwickeln.

Diese eigene Politik, die sich an Demokratie, Menschenrechten, Geschlechtergerechtigkeit und Ökologie orientiert, nennt die Staatsanwaltschaft einen Grund, weshalb die HDP verboten werden sollte. Sie habe sich in allen entscheidenden Fragen der jüngeren Vergangenheit gegen das nationalistische Projekt des Regimes gestellt. Wegen eben dieser Politik für eine solidarischere und freiere Gesellschaft, stehen wir als Demokrat*innen und Linke in Hannover an der Seite der HDP und rufen zu einer Kundgebung für sie auf:

27.03.2021 (Samstag), 15.00 Uhr
Schillerdenkmal (Georgstraße/Schillerstraße)